[WLANware] 1. 802.11h-Support? / 2. Initiative...
moony
moony at mindsnack.net
Sun Oct 28 13:50:43 CET 2012
Hallo Rene,
auf die schnelle habe ich hier gefunden, dass der (aktuelle) Linuxkernel
die Unterstützung in bestimmten Chipsätzen hat:
http://linuxwireless.org/search?action=fullsearch&titlesearch=0&value=802.11h
Jetzt musst Du nur passende Hardware suchen. Evtl. auch ein WLan-Stick
an einem Router mit veraltetem oder keinem WLan.
Hallo Willi,
ich habe den Text größtenteils nur überflogen. Sehr abstrakt finde ich,
mir fehlt auch das meiste philosophische Grundwissen. Wobei mir das
Ideal, ein an dem Wohl der Menschen orientiertes Netzwerk, sehr gut gefällt.
In meinem Umfeld fehlt es leider am Interesse für Freifunk, denn:
Internet ist (in Deutschland) schnell und billig (man denke an die
Minutenpreise und Geschwindigkeit Ende der 90'er!) Also wozu braucht man
Freifunk? Mir persönlich macht die Tüftelei Spaß. Ist man aber weder
technisch interessiert noch an Idealen von freier Kommunikation, freut
man sich halt am Internet wie es (noch) ist...
Grüße,
Simon
Am 28.10.2012 12:00, schrieb wlanware-request at freifunk.net:
> Send WLANware mailing list submissions to
> wlanware at freifunk.net
>
> To subscribe or unsubscribe via the World Wide Web, visit
> https://freifunk.net/mailman/listinfo/wlanware
> or, via email, send a message with subject or body 'help' to
> wlanware-request at freifunk.net
>
> You can reach the person managing the list at
> wlanware-owner at freifunk.net
>
> When replying, please edit your Subject line so it is more specific
> than "Re: Contents of WLANware digest..."
>
>
> Today's Topics:
>
> 1. 802.11h-Support? (Bartsch, Rene)
> 2. Initiative fuer ein sozialistisches Kommunikationsnetzwerk
> (willi ?belherr)
>
>
> ----------------------------------------------------------------------
>
> Message: 1
> Date: Sat, 27 Oct 2012 12:57:38 +0000
> From: "Bartsch, Rene" <renne.bartsch at googlemail.com>
> Subject: [WLANware] 802.11h-Support?
> To: WLANware at freifunk.net
> Message-ID: <36f9fe9a556972d9a4f863f8604e20d9b237ce03 at googlemail.com>
> Content-Type: text/plain; charset="utf-8"
>
> Hi,
>
> das total ?berlaufene 2,4GHz-Band mit nur 20 dBm erlaubter Sendeleistung eignet sich schlecht f?r den Aufbau von Freifunknetzen, da insbesondere in der Aufbauphase die Abst?nde von Knoten zu Knoten bis zu zwei Kilometer betragen k?nnen.
>
> Das 5GHz-Band bietet mehr Kan?le und 30 dBm Sendleistung. Allerdings werden auch DFS und TPC ben?tigt.
> OpenWrt bietet 802.11h mangels Unterst?tzung im Linux-Kernel leider nicht an.
>
> Kennt jemand kosteng?nstige Ger?te, mit denen man im 5 GHz-Band (mit DFS und TPC) Freifunknetze aufbauen kann?
>
> Danke f?r jeden Hinweis,
>
> Renne
>
> --
> Sent with love from the new tine 2.0 email client ...
> Please visit http://tine20.org
> -------------- next part --------------
> An HTML attachment was scrubbed...
> URL: <http://freifunk.net/pipermail/wlanware/attachments/20121027/b59d2d36/attachment.html>
>
> ------------------------------
>
> Message: 2
> Date: Sat, 27 Oct 2012 11:05:37 -0430
> From: willi ?belherr <wube at gmx.net>
> Subject: [WLANware] Initiative fuer ein sozialistisches
> Kommunikationsnetzwerk
> To: freifunk liste wlannews <wlannews at freifunk.net>, freifunk liste
> wlanware <wlanware at freifunk.net>
> Message-ID: <508BFF49.801 at gmx.net>
> Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1; format=flowed
>
> liebe freunde einer freien kommunikation,
>
> diesen text haben wir in venezuela in die diskussion um das internet
> eingebracht. ich verteile ihn auf dieser liste, um mit euch darueber in die
> diskussion zu treten.
>
> mit gruessen, willi
>
>
> Initiative fuer ein sozialistisches, an den Beduerfnissen der Menschen
> orientiertes Kommunikationsnetzwerk
>
> "ein nicht gehaltener Vortrag" als Plattform fuer eine Diskussion um ein
> dezentrales, auf lokalen Netzen ruhendes Kommunikationsnetzwerk in Venezuela
> und Lateinamerika.
>
>
> 1) motivation zur teilnahme am kongress
>
> der 1. Congreso Venezolano de Ciencia Tecnolog?a e Innovaci?n kann ein
> grossartiges ereignis werden. er schafft den raum, wo menschen aus allen
> gebieten venezuelas ihre ideen, erfahrungen und reflexionen zur entwicklung
> wissenschaftlicher und technischer prozesse darlegen und gemeinsam darueber
> debattieren. er wird von uns, den lokal aktiven in merida fuer eine gerechte
> und freie welt genutzt, um in die debatte um philosophische, politische und
> technische fragen zum kommunikationssystem in venezuela einzugreifen.
>
> unser antrag wurde nicht beruecksichtigt. die gruende kennen wir nicht. so
> bleiben uns nur vermutungen. deswegen enthaelt dieser vortrag die
> erweiterung "nicht gehaltener Vortrag". dies ruht auf der "nicht gehaltenen
> Rede" von Jean Ziegler zur eroeffnung der Salzburger Festspiele 2011, wo die
> Hunger- und Spekulationsbanditen sie verhinderten.
>
> es mag vermessen klingen, diese verbindung herzustellen. erst wenn wir
> naeher hinsehen, sehen wir die parallelen. es geht um die glattheit, die
> ungestoertheit, um die vermeidung von bruechen und klueften. um die
> verhinderung kritischer reflexion des bestehenden.
>
> 2) die heutige situation und CANTV
>
> ich glaube nicht, dass ich hier um die zustimmung zur anerkennung des
> unvermoegens und organisierter unfaehigkeit um den aufbau eines
> kommunikationssystems, so wie die menschen es benoetigen, ringen muss. weil
> mit ausnahme weniger, die kraft privilegierter sozialer situation
> sonderrechte geniessen, alle den mangel taeglich erleben. und nur damit
> leben koennen, weil sie entweder die noch groesseren maengel frueherer
> zeiten damit relativieren oder einfach sich dem "prinzip hoffnung" verschreiben.
>
> aber wir sollten einige kriterien bestimmen, die fuer uns im jetzigen
> zustand dominant sind. der Plan Nacional de Telecomunicacion 2007-2013 hat
> vieles davon thematisiert.
>
> a) der bedingundlose Zugang fuer alle ohne soziale und geografische Ausgrenzung
> b) technologische Souver?nit?t und Unabh?ngigkeit
> c) Demokratisierung der Kommunikationsstrukturen und -methoden
>
> was dieser plan nicht anspricht, ist die innere struktur des systems.
> insofern war er auch nicht geeignet, einen wirklichen aufbruch zu erzwingen.
> im zentrum fuer mich steht der unterpunkt b). die technologische
> Souver?nit?t und Unabh?ngigkeit. weil sie die grundbedingungen dafuer sind,
> dass wir ein kommunikationssystem entlang unserer vorstellungen und unseres
> bedarfs realisieren koennen. sonst sind wir der externen definitionsmacht
> unterworfen.
>
> das bestehende system ist hochgradig zentralisiert. diese struktur finden
> wir in allen laendern des planeten. dies ruht auf der ideologie von eliten,
> die die allgemeinheit als ihre sklaven organisieren wollen. zentrale
> strukturen sind ausschliesslich aus den kontrollinteressen herleitbar. nicht
> aus den technischen fragestellungen und aufgaben. und zentralisierte
> strukturen sind massiv labil und leicht zu missbrauchen.
>
> das bestehende system ist hochgradig kapitalistisch orientiert. auch dies
> finden wir ueberall auf dem planeten. und wir finden auch ueberall die
> massnahmen, die lebensaeusserungen der menschen in allen verzweigungen zu
> kapitalisieren. die allgemeinheit der menschen sind nicht selbst bestimmte
> akteure, sondern objekte, die anderen interessen zu gehorchen haben.
>
> das bestehende system ist hochgradig monopolisiert. auch dies finden wir
> ueberall auf dem planeten. der ausschluss der allgemeinheit aus dem
> wissenzugang der realen datenbasis und aus den entscheidungsprozessen sind
> immer notwendige methoden, um elitaere und privat-egoistische strukturen zu
> erhalten und auszubauen.
>
> aber wir koennen noch konkreter werden. nicht mal die minimalste
> funktionsmenge eines kommunikationssystems existiert. freie web-server,
> freie mail- und maillistenserver gibt es nicht. die anbindung an das
> internet ist katastrophal und in vielen regionen nicht vorhanden. die
> parallelstruktur von im prinzip gleichen digitalen transportsystemen wird
> aufrecht erhalten. das kommunikationssystem orientiert sich im wesentlichen
> an den reaktionaeren, unidirektionalen "broadcast" systemen. das technische
> niveau der mitarbeiter wird bewusst niedrig gehalten und eine lokale
> selbstorganisation mit allen mitteln blockiert, wenn sie nicht in von oben
> akzeptierten und kontrollierbaren strukturen verlaeuft. durch die
> geldbasierten zugangsregeln wird ein gigantischer verwaltungsaufwand
> erzeugt, der das ganze gebilde vollstaendig durchwuchert.
>
> 3) unsere philosophischen und politischen grundlagen
>
> die grundlagen fuer unsere ziele lassen sich kurz zusammenfassen. alle
> menschen sind gleichwertig, deshalb gleichberechtigt und ihre taetigeiten,
> also ihre zeiten, sind gleichwertig. daraus ergibt sich notwendig, dass alle
> gesellschaftlichen ressourcen von venezuela allen menschen gleich zur
> verfuegung stehen.
>
> die gleichwertigkeit war eine der wichtigsten saeulen der franzoesischen
> revolution. die gleichwertigkeit steht immer im zentrum aller
> revolutionaeren bewegungen. aus diesem verstaendnis heraus entwickeln sie
> ihre kraft, ihre ueberzeugungen, ihre orientierungen.
>
> alles, was alle benoetigen, werden wir als gesellschaftliche projekte
> organisieren. es macht fuer uns keinen sinn, diese bereiche der privaten
> oder staatlich organisierten pluenderung zu ueberlassen. eine revolutionaere
> transformation einer gesellschaft findet immer, wenn ueberhaupt, nur in der
> oekonomie statt. und nicht im theater.
>
> das freie kommunikationssystem wird zum "Totengraeber des Kapitalismus",
> indem es in der nutzung die soziale selektion aufloest, sich zum instrument
> der lokalen selbstorganisation entwickelt, den freien austausch der akteure
> fuer eine neue welt ermoeglicht. unsere gegner waren immer schon hochgradig
> vernetzt. jetzt ist die zeit gekommen, wo wir als freie akteure unsere
> lebensgrundlagen selbst organisieren und uns dafuer die notwendigen
> instrumente und strukturen schaffen.
>
> auch ein anderer teil unseres grundverstaendnisses ist wichtig. wir
> orientieren uns an den entwicklungsgesetzen der natur, die sich in den
> letzten 4 Milliarden jahren herausgebildet haben und ihre kraft begruenden.
>
> a) massiv dezentral
> b) massiv parallel
> c) massiv redundant
>
> diese praemissen gelten fuer uns in allen bereichen unseres tatigseins. sie
> sind selbst jeder kapitalistischen und elitaeren orientierung diametral
> entgegengesetzt. kapitalistische oekonomien erzwingen den mangel. wir
> schaffen den ueberfluss.
>
> 4) die freie nutzung des kommunikationssytems, ein allgemeines recht
>
> das kommunikationssystem ist unser wichtigstes instrument fuer die
> entwicklung in venezuela, in lateinamerika und auf dem gesamten planeten. es
> ermoeglicht uns den zugang zum wissen der menschheit, den austausch von
> ideen und visionen, von theorien und methoden, von erfahrungen und
> initiativen. damit reduzieren wir oertliche und zeitliche trennungen.
>
> jede form sozialer und geografischer selektion loesen wir auf, weil wir uns
> der verantwortung fuer das gemeiname verpflichten. nur die individuelle
> entscheidung, auf einen freien zugang zu verzichten, erkennen wir an. daraus
> folgt notwendig, dass der zugang zum kommunikationssystem frei und kostenlos
> an jedem punkt in venezuela zur verfuegung stehen muss, wenn dies gewuenscht
> wird.
>
> nur, ein anschluss im haus allein nuetzt nichts. wir koennen nicht
> hineinsehen und nicht hineinhoeren. wir sehen und hoeren etwas, aber nicht
> das, was wir wollen. wir brauchen endgeraete, die aus den signalen optische
> und akkustische strukturen erzeugen, die fuer unsere sinnesorgane
> wahrnehmbar sind. deswegen muessen auch diese endgeraete frei und kostenlos
> zur verfuegung stehen.
>
> fuer alle kapitalistisch orientierten eliten ein horror. fuer uns
> selbstverstaendlich. das hat mit unserer sozialistischen orientierung zu
> tun. als sozialisten fuehlen wir uns der allgemeinheit verpflichtet, dem
> Buen Vivir fuer alle, ohne individuelle privilegien und vorrechten. deswegen
> kann ein derartiges kommunikationssystem auch nur von sozialisten entworfen
> und realisiert werden.
>
> 5) ein konkretes entwurfskonzept
>
> hier geht es um technische kriterien, ruhend auf den oben genannten
> entwicklungsgesetzen der natur. wir knuepfen hierbei auch an unsere freunde
> an, die das internet initiert haben. der name ruht auf der verbindung
> lokaler netze. INTERconnection of local NETworks.
>
> damit liegt die grundstruktur vor. lokalke, autonome, selbstaendig
> funktionierende netzwerke. jede kommune, gross oder klein, hat sein eigenes
> netzwerk. fuer grosse kommunen koennen wir auch sektorale unterstrukturen
> generieren, wenn es die topografischen und geografischen bedingungen nahelegen.
>
> und was ist ein netzwerk? die verbindung der clients, der nutzer
> untereinander und mit einer serverinstanz. wir muessen die transportwege
> nicht notwendig ueber einen server fuehren. bei telefongespraechen konnen
> wir es direkt organisieren. erst wenn wir nach aussen gehen oder daten von
> aussen annehmen, brauchen wir eine uebergangsstelle, das Gateway, das tor.
>
> und die aufgaben des netzes? der transport von digitalen und digitalisierten
> informationen. texte sind immer digital. auch bilder und bildsequenzen,
> zumindest heute. audiodaten sind digitalisierte akkustische schwingungen.
> alle digitalen informationen transportieren wir ueber dieses netzwerk, so
> dass sie an jedem punkt im netzwerk zur verfuegung stehen.
>
> fuer koordinationsaufgaben zwischen den nutzerknoten verwenden wir die
> serverinstanz. wenn notwendig und sinnvoll. die konkrete aufgabenliste ist
> nicht absolot, weil sich alle systeme, die eine derartige koordination
> erfordern, im umfeld zentralisierter strukturen und instanzen entwickelt
> haben. wie wir diese anwendungen in zukunft gestalten, ist voellig offen.
>
> zu diesem netzwerk gesellt sich auf dem weg nach aussen der router. er ist
> teil des lokalen netzes in der sphaere der verbindungsebene. also dem
> internet. dieses netzwerk entsteht durch nachbarschaftliche verbindung der
> routerknoten der lokalen netzwerke. so entsteht zwangslaeufig ein
> maschennetz. die stabilste form von netzwerktopologien. wie spinnennetze,
> haengematten, gewebte textilien, unsere ganzen zellstrukturen im koerper
> usw. jeder knoten verbindet sich mit seinen nachbarknoten. die distanzen
> sind unwichtig und deren praktikable ueberwindung nur von unseren
> faehigkeiten abhaengig.
>
> nun zum routing. wenn wir groessere distanzen in regionen ueberwinden
> muessen, dann fuehrt das zu einer groesseren kaskade von lokalen knoten. da
> wir pakete uebertragen und eine kleine fehlerrate anstreben, muessen wir an
> jedem knotenpunkt das paket auf fehlerfreiheit ueberpruefen. also warten,
> bis so langsam alle bits eingetroepfelt sind. so entstehen
> verzoegerungszeiten. die transportgeschwindigkeit elektrischer, optischer
> oder elktromagnetischer uebertragungsverfahren stellt keine begrenzung dar.
> diese liegt in den modulationsverfahren und der paketueberpruefung.
>
> 2 verfahren bieten sich an. eine ebene regionaler verbindungsknoten, um die
> knotensumme zu reduzieren. oder eine direkte kopplung in den lokalen knoten
> fuer regionale transporte. eine Bypassfunktion. das regionale
> verbindungsnetz muss nicht notwendig physikalisch getrennt sein, sondern
> kann in einem virtuellen kanal stattfinden, der den lokalen transportwegen
> ueberlagert wird.
>
> die heutige grundproblematik im routing ist die fehlende zuordnung der
> geografischen position auf dem planeten zur IP-adresse. hier hat sich ein
> unglaublicher schwachsinn ausgebreitet. aber wir loesen ihn auf einfache
> weise dadurch auf, dass wir die IP-adressen der lokalen server global
> statisch ueber die geografische position definieren. das heisst, wir
> schaffen ein neues Internet Paket Protokoll. damit ist jeder router sofort
> in der lage, auf hardwarebasis aus seiner eigenen position und der
> zieladresse des pakets den weg zu bestimmen. das geht dann in micro- oder
> nanosekunden. und wir tun dies, waehrend langsam die bits eintroepfeln.
>
> 6) der aufbau lokaler und regionaler technischer infrastrukturen
>
> immer, wenn wir gestaltend wirken wollen, stellt sich die frage der
> technischen infrastrukturen. also jener instrumente, die wir benoetigen, um
> wissen und verstaendnis uns zu erarbeiten und die materiellen substrate zu
> erzeugen. dabei ist es egal, um welche aufgabe es sich hierbei handelt. wenn
> wir uns das kommunikationssystem vornehmen und das ziel formulieren,
> selbstaendig und unabhaengig zu sein, und nicht wie CANTV in den supermarkt
> zu rennen, dann benoetigen wir jene umgebungen, um die komponenten fuer
> diese systeme zu entwickeln, zu konstruieren und herstellen zu koennen. auf
> der strasse geht dies nicht. damit haben wir dann sofort alles in der hand,
> was uns heute das leben so schwer macht. die buerokratischen staatsinstanzen
> und bildungsinstitutionen, die buerokratischen und meist unfaehigen
> universitaten und schulen, die regionalen und kommunalen blockaden durch
> staatliche behoerden, das interesse an privatorganisierter okkupation
> gesellschaftlicher ressourcen, den individuellen und gruppen-egoismus, das
> streben nach individuellen privilegien und vorrechten.
>
> so bleibt es nicht aus, dass wir hier revolutionaer agieren muessen. die
> blockaden zerstoeren, die separierung in private dominanzraeume bei nutzung
> gesellschaftlicher ressourcen durchbrechen, buerokratische und
> administrative sonderansprueche aufloesen. wir haben ein klares prinzip.
> alle gesellschaftlichen ressourcen stehen allen gleichberechtigt zur nutzung
> zur verfuegung. im vordergrund steht immer die gemeinschaft, weil wir als
> einzelne die gemeinschaft benoetigen. das sind klare, auf rationalitaet
> ruhende praemissen und hat nur wenig mit moral zu tun.
>
> wir sind sozialisten und marxisten und keine unmuendigen kirchgaenger und
> trottels, die irgend einem dummen geschwaetz hinterherrennen. wir sind
> gnadenlos radikal der wahrheit verpflichtet und damit, wie karl Marx, auch
> Sokratianer. und wir stehen deutlich zu Paulo Freire mit seiner
> grundaussage: "das Leben stellt uns die Fragen". und so handeln wir auch.
> wir konstruieren keine virtuellen raeume, keine theaterinszenierungen.
> sondern wir stellen uns den aufgaben, die uns das Leben stellt.
>
> und was sind die technischen infrastrukturen? wie in unserem koerper stehen
> im vordergrund die transportsysteme. materiell und immateriell. materiell,
> unserem blutkreislauf vergleichbar zum transport materieller substanzen fuer
> den energiehaushalt. immateriell, unserem nervensystem vergleichbar zum
> transport von informationen, das kommunikationssystem. schauen wir in den
> koerper, dann finden wir da keine mautstellen, wo die organe und muskeln
> fuer den transport bezahlen muessen. einen derartigen unsinn denken sich nur
> elitaer und parasitaer strukturierte menschen aus. wir betrachten unsere
> transportsysteme als gesellschaftliche grundstrukturen, um die lokalen
> akteure in ihren taetigkeiten zu unterstuetzen.
>
> hier tut sich ein scheinbarer widerspruch auf, wenn wir sagen, wir brauchen
> das kommunikationssystem, um es zu erschaffen. das sieht dann nach der
> philosophischen fragestellung aus, was war zuerst. das huhn oder das ei.
> weder noch, weil alles evolutionaere prozesse sind und die entwicklung des
> einen die entwicklung des anderen foerdert. selbst ein schlechtes
> kommunikationssystem kann dazu genutzt werden, ein gutes entstehen zu lassen.
>
> im maschinenbau und der messtechnik haben wir das gleiche problem. wir
> brauchen maschinen zum bau von maschinen und messtechnische systeme zu derer
> ueberpruefung und fehlerkontrolle. und selbst zur entwicklung und dem bau
> messtechnischer systeme brauchen wir maschinen und messtechnische systeme.
>
> daraus wird auch die spiralstruktur deutlich. mit erlangung theoretischer
> faehigkeiten und praktischer methoden entwickeln wir sie selbst weiter. das
> entscheidende dabei ist nicht, nur auf schnelle ergebnisse zu schielen,
> sondern den entwicklungsprozess selbst zum gegenstand der entwicklung zu
> machen. dies gelingt uns nur deshalb, weil die technischen infrastrukturen
> fuer uns selbst gegenstand unserer anstrengungen sind, waehrend CANTV
> ausschliesslich an geldstroemen interessiert ist und es deshalb ihnen egal
> ist, woher die komponenten kommen und welche struktur und qualitaet sie
> besitzen.
>
> es gibt aber auch deutliche grenzen. z.b. die halbleiterherstellung. dadurch
> sind wir auf externe definitionen und extern vorgegebene handlungsraeume
> zurueckgeworfen. hier setzen wir mehr auf internationale kooperation mit den
> uns befreundeten laendern, bis wir aus der kooperation heraus auch selbst
> aktiver traeger der kooperation werden koennen.
>
> ganz anders die momentan herrschende verirrung mit patent- und
> lizenzrechten. wissen ist immer welterbe fuer uns. jedes wissen von uns ruht
> auf dem wissen unserer zeitgenossen und vorfahren. daraus wird
> verstaendlich, dass wir kein patent- und lizenzrecht, von wem auch immer,
> akzeptieren. aber wir gehen auch weiter. wir stellen grundsaetz?ich auch
> unsere erkenntnisse und methoden, egal ob sie jemand braucht oder nicht,
> frei zur verfuegung. wir wollen, dass alle menschen auf dem planeten, wenn
> sie es als nuetzlich empfinden, unsere ergebnisse nutzen koennen. so wie wir
> umgekehrt dies aehnlich tun. unser prinzip kurz gefasst: global denken,
> lokal handeln.
>
> 7) die entfaltung lokaler technischer und organisatorischer faehigkeiten
>
> "wir wachsen mit unseren aufgaben, solange sie uns nicht erdruecken". auch
> wieder ein alter satz, von dem wir nicht wissen, aus welchem sprachraum er
> kommt. sei's drum. es ist und wird unser prinzip. mit unseren projekten
> entfalten wir unsere faehigkeiten, entwickeln unser bewusstsein ueber die
> bedingungen und moeglichkeiten. wir brechen die in uns liegenden
> selbstbeschraenkungen, oeffnen unsere denkraeume, ueberwinden jede tradierte
> form des dogmatismus.
>
> alle menschen tragen in sich das potential, wissend und verstehend zu sein
> und zu werden. indem wir die raeume zur selbstentfaltung oeffnen,
> ueberwinden wir die sozialen selektionen und ausgrenzungen, ueber die sich
> die parasitaeren eliten reproduzieren. wir alle sind wie bluetenknospen, in
> denen bereits alles enthalten ist, was wir brauchen. und indem wir allen
> diesen knospen die gleichen entwicklungsmoeglichkeiten eroeffnen, koennen
> sie sich auf ihre weise, entsprechend ihrem wesen, entfalten.
>
> unser tun ruht auf der kooperation solidarischer akteure. wir ueberwinden
> den indoktrinierten egoismus gewissermassen im selbstlauf, weil unsere ziele
> uns verbinden und unseren blick in die zukunft richten. die angst vor
> existenziellen bruechen kann sich so aufloesen, weil die menschen die
> erfahrung machen, dass egal was passiert, die gemeinschaft sie tragen kann.
> so tragen die starken dazu bei, dass alle stark werden koennen.
>
>
> Willi Uebelherr, M?rida/Venezuela, wube at gmx.net, 15.10.2012
> 63 jahre, ingenieur fuer technische informatik,
> aktivist in REDES Comunales Merida
>
> REDES Comunales Merida
> www.redescomunalesmerida.wordpress.com
> redescomunalesmerida at gmail.com
>
>
>
>
> ------------------------------
>
> _______________________________________________
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>
>
> End of WLANware Digest, Vol 72, Issue 5
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