[WLANware] Dimensionierung Solar-Knoten für Standort Berlin
Elektra
onelektra at gmx.net
Mon Oct 1 12:58:47 CEST 2012
Hi -
Solarknoten sind machbar. Wenn man ausrechnet, dass ein Gerät, das 4.5 Watt konsumiert ein ziemlich großes Panel und Akku braucht, liegt man richtig. Der Trick ist, den Stromverbrauch des Solar-Nodes zu drücken.
Realistisch ist es, den Stromverbrauch eines Nodes mit nur einem Wlan-Interface und ohne aktivierten Ethernet-Port bis auf ~0.7 Watt zu drücken. Das geht, mit einem Lötkolben und Know-How. Ohne Löten kommt man auf etwa 1 Watt.
Das Szenario, an das ich denke, ist ein Mesh-Knoten auf einem Berg oder Hügel, der die Verbindung zwischen zwei Standorten ohne Sichtverbindung herstellt.
Je mehr Sorgfalt man ins Strom sparen steckt, desto realistischer und zuverlässiger wird das Projekt.
Hier ein Online-Rechner für Inselanlagen: http://www.esomatic.de/Auslegung.asp
Bei mir funktioniert das Definieren eigener Verbraucher im Online-Rechner nicht, also habe ich eine 7 Watt Lampe angegeben die 24/365 läuft, und die Werte durch 7 geteilt. Ausserdem finde ich, dass Flauten von maximal 5 Tagen für Berlin zu wenig sind.
Hier mal eine Low-Cost-Kalkulation für den Standort Berlin für 1 Watt Stromverbrauch 24h/365d:
Billig-Akkus (Starterakkus wartungsfrei 2 x 36Ah) Preis ca. 35 Euro pro Akku. Natürlich kann man stattdessen einen größeren Akku nehmen. Die 36Ah Akkus haben aber auch Vorteile beim Handling (Gewicht), ausserdem sind sie Standard in vielen Kleinwagen und daher preiswert. Man stellt schnell fest, dass ein 72Ah Akku mehr als das doppelte von 36Ah kostet.
Wichtig: Starterakkus dürfen nicht tiefer als 80% Füllstand entladen werden, wenn die Anlage jahrelang (5 Jahre und mehr) funktionieren soll. Das ist bei 72Ah nur ausnahmsweise der Fall. In Berlin könnte das ein Mal im Jahr passieren, dass tiefer als 80% entladen wird.
1 Solarpanel 50 Watt (Gibt es bei E-Bay für ca. 60 Euro inklusive Versand) Meine Berechnungen haben eine Größe von >30 Watt ergeben. 50 Watt ist eine übliche Größe, die preiswert zu haben ist. Für die Monate Januar und Dezember sollte man überdimensionieren, weil es durchaus mal 10 Tage am Stück geben kann, wo die Autos mittags um 12 mit eingeschalteten Scheinwerfern fahren...
1 Laderegler (hier sollte man was vernünftiges kaufen, es gibt auch ziemlichen Schrott auf dem Markt) Am Besten mit MPP-Tracker, aber diese sind meistens für größere Anlagen gedacht und deshalb überdimensioniert. Dürfte etwa 60 Euro kosten.
Dazu noch Kabel, wasserfestes Gehäuse, Montagematerial.
Man muss etwa 250 Euro mit Router für die billigste Lösung ausgeben, und es gibt immer noch ein paar Fallstricke. So sollte man das Panel ziemlich steil montieren, damit Schnee usw nicht darauf liegen bleibt. Abschattungen darf es, zumal im Winter, wenn die Sonne tief steht, nicht geben.
Meine Schätzung: Ein frisierter TP-Link 703 oder MR3020 als Ausgangsbasis funktioniert ganzjährig per Solarstrom ohne Ausfälle. Dem Gerätchen sollte man eine externe Antenne verpassen (oder zwei), wegen der Reichweite. Dazu muss man den Lötkolben schwingen.
Gruß,
Elektra
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